Ionisationsrauchmelder - Unterschiede und Probleme

Ionisationsrauchmelder - Gefährlicher Abfall?
Ionisationsrauchmelder - Gefährlicher Abfall?

In privaten Wohnungen sind sie nur noch selten zu finden - die Rede ist von Ionisationsrauchmeldern. Solche Rauchmelder arbeiten im Gegensatz zu den meisten modernen Geräten für Privathaushalte nicht mit thermo-optischen oder Streulichtverfahren, sondern mit radioaktiven Substanzen. Für Mieter und Eigentümer stellt dies ein Problem dar.  

Funktionsweise der Ionisationsrauchmelder

Im Gegensatz zu optischen Verfahren wird bei einem Ionisationsrauchmelder eine Luftprobe des Raumes, in dem der Melder montiert ist, in einer kleinen Messkammer mittels einer radioaktiv strahlenden Substanz ionisiert. Befinden sich dabei Rauchpartikel in der Luftprobe, so verändert sich die Leitfähigkeit der Probe, wenn diese ionisiert werden. Dies macht sich das Verfahren zu nutze, um so bei auftretendem Rauch zu alarmieren. Im Gegensatz zu optischen Verfahren reagieren solche Melder besonders auf kleine Rauchpartikel und können im gewerblichen Einsatz optische Rauchmelder ergänzen. Zur Detektion von Schwelbränden, wie sie häufiger in Wohnräumen auftreten, eignen sich optische Rauchmelder in der Regel besser.

Einsatzbereiche für Ionisationsrauchmelder

Noch vor der Rauchmelderpflicht in Wohnräumen waren Ionisationsrauchmelder die Melder erster Wahl, da optische und andere Verfahren zur Rauchdetektion nicht ausgereift oder nicht populär genug auf dem Markt waren. Häufiger sind die Geräte in industriellen Anlagen oder größeren öffentlichen Transport-/Verkehrsmitteln zu finden, wie in Zügen oder auf Schiffen.

Zu erkennen sind die Geräte an ihrer hervorstehenden, zylindrischen Form (die für die Messkammer notwendig ist).

58000-500APO - Discovery Ionisation Smoke Detector

Ein Beispiel für einen Ionisationsrauchmelder: Der Discovery Ionisation Smoke Detector von Apollo. (Quelle: http://www.apollo-fire.co.uk/products/range/discovery/ionisation-detectors/58000-500apo-discovery-ionisation-smoke-detector)

Problematiken der Ionisationsrauchmelder

Wie bereits erwähnt arbeiten diese Geräte mit einem Verfahren, welches radioaktive Substanzen verwendet. In der Regel wird Americium-Isotop 241 eingesetzt. Die Strahlenbelastung durch das verwendete Material ist grundsätzlich vernachlässigbar. Gefährlicher wird es, wenn die Rauchmelder beschädigt sind oder im normalen Betrieb korridieren. Letzteres ist kaum vermeidbar, da die Geräte nicht effektiv strahlungssicher ummantelt werden können, da dies der Wirkungsweise der Geräte entgegenwirkt (die Strahlung würde absorbiert werden und der Ionisationseffekt wird geringer). Bei beschädigten Geräten kann radioaktives Material austreten und z.B. durch die Atemluft aufgenommen oder verschluckt werden, was schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann. Deswegen ist die regelmäßige Wartung solcher Geräte besonders wichtig, nicht nur um ihre Funktionstüchtigkeit sicherzustellen. Bei ordnungsgemäßer Wartung stellen die Geräte in der Regel aber keine Gefahr dar.

"[Die] Freisetzung radioaktiver Stoffe [ist] bei normalen Betriebsbedingungen nicht möglich" [3]

Besondere Probleme ergeben sich aber bei der Entsorgung der Rauchmelder.

Entsorgung von Ionisationsrauchmeldern

Ionisationsrauchmelder dürfen nicht mit dem üblichen Elektromüll zusammen entsorgt werden, da sie radioaktives Material enthalten. Neben der üblichen Montage- und Wartungsdokumentation ist eine zusätzliche Dokumentation der fachgerechten Entsorgung der Geräte erforderlich und erhöht den Aufwand für Wartungsbetriebe und Eigentümer erheblich. Zudem ist eine spezielle Genehmigung erforderlich, damit ein Betrieb die Entsorgung durchführen darf [3]. Besonders im tatsächlichen Brandfall wird es teuer: Die dann meistens beschädigten Geräte müssen ggf. unter Bauschutt gesucht und mit diesem zusammen im entsprechenden Sondermüll entsorgt werden.

Quellen:

[1] http://www.emsc.ch/Publikationen/Elektronik/DerIonisationsBrandmelderSEV06-623.pdf

[2] http://www.bfs.de/DE/themen/ion/anwendung-alltag/rauchmelder/rauchmelder_node.html 

[3] http://www.abfallratgeber.bayern.de/publikationen/entsorgung_einzelner_abfallarten/doc/ionisationsrauchmelder.pdf

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