Besorgniserregende Kohlenmonoxid-Werte in Shishabars

Die beliebten Wasserpfeifen können in geschlossenen Räumen gefährlich werden (Symbolbild)
Die beliebten Wasserpfeifen können in geschlossenen Räumen gefährlich werden (Symbolbild)

Gießen. Im Rahmen einer Untersuchung des Regierungspräsidiums Gießen wurden in einer signifikanten Menge von Shishabars in Gießen und dem dazugehörigen Landkreis überhöhte bis kritische Kohlenmonoxidwerte (CO) gemessen. Insgesamt wurden 19 Shishabars untersucht, davon 10 aus der Stadt Gießen.

Bei Jugendlichen beliebt

Das Rauchen der als Shisha oder Hookah bekannten Wasserpfeifen und der Besuch von Shisha-Cafes sind häufig bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt, die mit der Kohlenmonoxidthematik kaum vertraut sind. Schwindel und Unwohlsein als Zeichen einer CO-Vergiftung könnten missinterpretiert werden, z.B. als "Rauschwirkung" durch den konsumierten Tabak.

"Vor allem bei den Jüngeren steht der Besuch von Shisha-Bars hoch im Kurs und ist, da es in geselliger Runde stattfindet, gesellschaftlich eher anerkannt, als das häufig schon verpönte Rauchen von Zigaretten" - Dr. Hilde Weigand, Leiterin des RP-Dezernates für Arbeitsschutz

Hauptverantworlich für das Kohlenmonoxid ist dabei aber nicht der Tabak, sondern die glühenden Kohlen, die auf den sogenannten Shisha-Köpfen liegen und das Verdampfen des Tabaks ermöglichen.

Anzünden der Kohlen nur in belüfteten Räumen

Eine Rauchbildung ist für eine Bildung von CO nicht notwendig. Schwelbrände und offene Glut reichen aus, um lebensbedrohliche Konzentrationen von CO zu verursachen. Beim Anzünden vieler Shishakohlen in geschlossenen Anzündräumen von Shishabars entstehen daher hohe Konzentrationen von CO, die gefährlich sein können. Funktionierende Lüftungssysteme in den Anzündräumen sind eine Vorraussetzung für die Arbeitssicherheit der Angestellten. In den Bars mit funktionierenden Belüftungsanlagen wurden keine überhöhten CO-Werte gemessen.

Gefahr für Gäste und Angestellte

Ebenso müssen die Gasträume gut belüftet sein, um einen lebensbedrohlichen Anstieg von CO zu verhindern. Schwindel und Unbehagen einzelner Gäste sind ein Zeichen dafür, dass die Konzentration von CO bereits zu hoch ist. In diesem Fall sollten alle Gäste den Raum verlassen und die betroffenen Gäste medizinisch versorgt werden.

Kohlenmonoxid - Unterschätztes Gift

Kohlenmonoxid ist ein Gas, das über die Atmung aufgenommen wird und den Sauerstofftransport im Blut blockiert. CO ist farb- und geruchlos, kann somit nicht wahrgenommen werden und ist deswegen so gefährlich. Wenn die Konzentration von CO in einem Raum bedrohlich zugenommen hat, ist es in der Regel schon zu spät. Vergiftungserscheinungen sind häufig Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und bei höherer Blutkonzentration auch Erbrechen und Bewusstlosigkeit. Werden gerade bewusstlose Betroffene nicht rechtzeitig aus den mit CO belasteten Räumen entfernt, kommt es zum Tod.

Mehr Infos zu CO und warum ein CO-Melder unentbehrlich ist finden Sie im Artikel 5 Gründe für Kohlenmonoxid-Melder.

Quelle: RP stellt bei Shisha-Bars auch in Gießen häufig erhöhte Kohlenmonoxid-Werte fest | Gießener Anzeiger

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